Newsletter im Sommer – Obersteiermark West mit Leoben

 

Liebe Leserin, lieber Leser!

Vor gut zwei Jahren wurde der V/Faktor ins Leben gerufen. Das Projekt ist eines von sieben Pilotprojekten, welches mit dem Europäischen Sozialfonds (ESF) einen Beitrag zur Geschlechtergleichstellung leistet. Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben ist ein wesentlicher Aspekt der Förderung von Gleichstellung und das nicht nur für Frauen. Der ganzheitliche Zugang des V/Faktor hat bewiesen, dass die Vereinbarkeit einen Erfolgsfaktor auch für Unternehmen und ihre Standorte darstellt. Denn die Umsetzung gleichstellungsorientierter Vereinbarkeitsmaßnahmen wie z.B. die flexiblere Arbeitszeitorganisation steigert die Attraktivität regionaler Unternehmen und kann dem Phänomen der Abwanderung qualifizierter Frauen und Jungfamilien entgegenwirken.

Die Arbeit in und mit den Regionen war das Herzstück von V/Faktor. An dieser Stelle sei daher auch ein herzliches Dankeschön ausgesprochen an die vielen regionalen PartnerInnen und Betriebe, die mit ihrer aktiven Teilnahme bei den Beratungen und Unterstützung der regionalen Veranstaltungen zum Erfolg des Projektes beigetragen haben. Wir können mit Stolz sagen, dass die hervorragende Kooperation und der besondere Wiedererkennungseffekt des Projektes, innovative Impulse in Richtung Gleichstellung setzen konnten. So herausfordernd das Thema auch ist, die positiven Erfahrungen mit dem V/Faktor haben uns gezeigt, dass sogar auch „Fische Fahrrad fahren können“.

Das Thema ist und bleibt relevant, weshalb sich der ESF Österreich auch in Zukunft für mehr Gleichstellung in unserer Gesellschaft einsetzen wird.

Adila Sahbegovic
Referentin im Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Unternehmerinnen und Unternehmer,

wir hoffen Sie genießen den Sommer!

In den letzten Projektwochen hat sich beim V/Faktor noch einmal sehr viel getan. Neben dem Abschließen aller Beratungen und dem Zusammenfassen der Erkenntnisse aus den Bedarfserhebungen wurden auf einer großen Abschlussveranstaltung in Wien die Ergebnisse aus zwei Jahren Kooperationsarbeit vorgestellt. In den letzten zwei Jahren sind wir durch intensive Beratungsleistungen und Öffentlichkeitsarbeit unserem Ziel bessere Vereinbarkeitsmaßnahmen von Beruf, Familie und Privatleben in der Obersteiermark West mit Leoben zu verwirklichen, einige Schritte näher gekommen.Darüber freuen wir uns sehr und möchten Ihnen in diesem Newsletter gerne ein kurzes Update über unsere Projektarbeit geben.

Zwei Jahre V/Faktor in der Obersteiermark West / Leoben

In Zusammenarbeit mit der ROW Regionalmanagement Obersteiermark West GmbH und der Regionalmanagement Obersteiermark Ost GmbH wurden in der Region Obersteiermark West mit Leoben in dem Zeitraum zwischen Dezember 2017 bis Juni 2019 insgesamt 195 Betriebe kontaktiert und auf die Themen Vereinbarkeit und Gleichstellung angesprochen. Mit 110 wurden Erstgespräche geführt und mit 55 Unternehmen Bedarfserhebungen gemacht, um unternehmens- und regionsspezifische Vereinbarkeitslösungen entwickeln zu können. Anschließend wurden insgesamt 40 Unternehmen hinsichtlich Maßnahmen zur Förderung von Vereinbarkeit und Gleichstellung beraten und in ihren Veränderungsprozessen begleitet. Die Beratungsthemen weisen eine große Heterogenität auf und reichen von Risikoanalysen, zu Führungskräftetrainings, Employer Branding bis zu Onboardingprozesse und Prozessanalysen. Auf regionaler Ebene waren die Themen Stärkung von Unternehmerinnen, Vereinbarkeit als Standortfaktor, Digitalisierung von Bildungsangeboten, die Etablierung und Intensivierung von regionalen Netzwerken von großer Bedeutung. Die Zusammenarbeit mit Gemeinden gelang in vier Fällen.

Es freut uns, dass wir in den zwei Jahren Projektdurchführung mehr als 1100 Personen in der Unternehmensarbeit und –beratung sowie bei Veranstaltungen und regionalen Vernetzungsterminen erreichen konnten.

Wir wünschen viel Freude beim Lesen!

Portrait Foto von Claudia Glawischnig, Fotocredits: Furgler

Fotocredits: Furgler

Herzliche Grüße,

 

Claudia Glawischnig, MBA, regionale Projektmanagerin

& das V/Faktor-Team in der Obersteiermark West / Leoben

 

Dieses Projekt wird gemeinschaftlich von ABZ*AUSTRIA – Kompetent für Frauen und Wirtschaft, BAB Unternehmensberatung GmbH und ÖAR GmbH durchgeführt.

Die aktuelle Projektfinanzierung endet mit 31.07.2019. Unsere Projektwebsite www.vfaktor.at ist noch bis Jahresende online.

Wenn Sie auch weiterhin Informationen und Einladungen rund um das Thema Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben sowie verwandte Themen erhalten möchten, freuen wir uns, wenn Sie sich bei unseren Newslettern anmelden:

ABZ*AUSTRIA: http://www.abzaustria.at/newsletter-unternehmen

BAB GmbH: http://www.bab.at/newsletter_anmeldung.php

ÖAR: https://www.oear.at/newsletter/

 

Der V/Faktor feiert die Work – Life Changers aus den Regionen

Nach zwei Jahren erfolgreicher Kooperationsarbeit feierte der V/Faktor am Dienstag, den 04.06.2019 im Impact Hub Vienna einen vorläufigen Projektabschluss. Anwesende aus Wirtschaft, Politik, Forschung und öffentlichen Institutionen erhielten einen umfassenden Einblick in die Ergebnisse und Erfahrungen aus der Praxis.

Aus unterschiedlichen Blickwinkeln wurden die Themen Vereinbarkeit, Gleichstellung und regionale Aspekte beleuchtet und diskutiert. Mag.a Daniela Schallert, Geschäftsführerin von ABZ*AUSTRIA und Projektleiterin des V/Faktors, eröffnete die Veranstaltung, indem sie die Ziele des V/Faktors, die Pilotregionen Waldviertel, Obersteiermark West mit Leoben und Oststeiermark und die RegionalpartnerInnen vorstellte. „Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben ist ein zentrales gesellschafts- und wirtschaftspolitisches Thema und es war ein höchst erfolgreicher Ansatz gleichzeitig mit Unternehmen, Regionen und Gemeinden daran zu arbeiten. Durch die große Unterstützung der Regionalmanagements ist es uns gelungen, Vereinbarkeit als Standortfaktor zu etablieren.“ Dl Isabel Stumfol von der TU Wien zeigte in ihrem Vortrag „Land ohne Töchter. Vom Gehen und Bleiben“ die Herausforderung für Gemeinden, junge Frauen für die Region zu gewinnen und sprach über die Motive des Zu- und Wegziehens. Prof.(FH) Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Michael Bartz machte in seiner Key Note deutlich, wie Unternehmen dem Fachkräftemangel und der Digitalisierung erfolgreich begegnen können: Flexible Arbeitsorganisationsmodelle, lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle sowie effektives Wissensmanagement sind nur drei Beispiele, die der Professor des IMC FH Krems ausführte.

Im Anschluss wurde den teilnehmenden Unternehmen und RegionalvertreterInnen Raum gegeben, ihre Veränderungsprozesse und Erfahrungen mit dem Publikum zu teilen. Es zeigte sich, dass Regionen und Unternehmen durch die Unterstützung des V/Faktors ihre vereinbarkeitsbezogenen Angebote erweitern sowie ihre Netzwerke und Kooperationen ausbauen konnten.

Das anschließende World-Café zu verschiedenen Vereinbarkeitsthemen wie Vereinbarkeit als Standortfaktor, Digitalisierung und Vereinbarkeit oder Vereinbarkeit und Employer Branding ermöglichte den Anwesenden bestimmte Themenbereiche zu vertiefen und sich mit ExpertInnen in einem kleinen Rahmen auszutauschen.

Die lebendige und spannende Veranstaltung endete mit der Übergabe der Urkunden an Unternehmen und RegionalpartnerInnen, die für ihren tatkräftigen Einsatz Vereinbarkeit und Gleichstellung in ihrer Region zu implementieren ausgezeichnet wurden.

Die Presseaussendung und die Nachlese zu dieser Veranstaltung finden Sie auf unserer Webseite.

Fotocredits: Louai Abdul Fattah

Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Praxis

In dem Zeitraum von Dezember 2017 bis Juni 2019 wurden insgesamt 570 Betriebe in den Pilotregionen kontaktiert und auf die Themen Vereinbarkeit und Gleichstellung angesprochen. Mit 240 Unternehmenskontakten wurden Erstgespräche geführt und mit 150 Unternehmen Bedarfserhebungen durchgeführt, um unternehmens- und regionsspezifische Vereinbarkeitslösungen entwickeln zu können. Anschließend wurden insgesamt 120 Unternehmen (pro Region 40) hinsichtlich Maßnahmen zur Förderung von Vereinbarkeit und Gleichstellung beraten und in ihren Veränderungsprozessen begleitet. Da das Projekt aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds und vom Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz finanziert wurde, war es für die Gemeinden und Unternehmen kostenfrei.

Auf diesen Erfahrungen aufbauend kann festgehalten werden, dass Maßnahmen an die individuellen Bedarfe der Unternehmen und Regionen angepasst werden müssen. Darüber hinaus kann Nachhaltigkeit sehr viel besser gewährleistet werden, wenn organisationsübergreifende und regionale Kooperationen etabliert werden. Die Umsetzung von Vereinbarkeit und Gleichstellung in Unternehmen erfordert statt punktueller Anwendung eine Gesamtstrategie, die im top-down Prozess umgesetzt wird.

Die drei zentralen Fragestellungen in der Beratung nach Zufriedenheit, Personalrekruiting und regionaler Vereinbarkeit, erwiesen sich als sehr adäquat, um die grundlegende Bedarfslage der Unternehmen und Regionen professionell erfassen zu können. Eine Analyse der Bedarfserhebungen ergab, dass die Bedarfe sich regionalspezifisch wenig unterscheiden. Eine Differenzierung ergibt sich vielmehr durch die Branche und die Größe des Unternehmens. In den Bereichen Personalentwicklung und Personalentlohnung sehen die befragten Unternehmen schon umgesetzte Maßnahmen, wohingegen in den Bereichen Arbeitszeitmanagement und Personalbeschaffung noch ein vergleichsweise größerer Handlungsbedarf wahrgenommen wird.

Die Themen der Beratungen waren sehr heterogen und reichten von Kommunikationsstrategieentwicklung, Arbeitszeitmodellen, Führungskräfteworkshops zu Generationsmanagement und Onboardingprozessen. Die V/Faktor BeraterInnen entwickelten in diesem Zeitraum einen großen Maßnahmenpool.

 

 

 

 

 

 

Unternehmen haben bei der Gestaltung von Vereinbarkeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlreiche Möglichkeiten. Um aber gelingende Vereinbarung auf regionaler Ebene positiv zu verändern, sind Rahmenbedingungen notwendig, die außerhalb des Einflussbereichs der Betriebe liegen.

Auf einer regionalen Ebene konnten häufig unzureichende Kinderbetreuung, stereotype Rollenbilder und unzureichende Mobilitätskonzepte als Gemeinsamkeiten zwischen den Pilotregionen festgestellt werden.

 

Unsere Erfahrung in der Beratung zeigt, dass…

  • je höher der Frauenanteil in Unternehmen ist, desto höher ist auch das Wissen der Führungskräfte zu Gleichstellung und Vereinbarkeit
  • weniger als 20% der Unternehmen Betreuungseinrichtungen bezuschussen und mit anderen Betrieben kooperieren
  • Väterkarenz kaum genutzt wird
  • ein Ausbau flexibler und kurzfristiger Kinderbetreuung sowie Randzeiten- und Sommerbetreuung fehlt
  • es keinen gesicherten Betreuungsplatz am Arbeitsort gibt
  • innovative öffentliche Mobilitätskonzepte fehlen
  • Vereinbarkeit und Gleichstellung Ganzheitlichkeit und Kooperation benötigen

 

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Alle weiteren Informationen finden Sie auf unserer Websitewww.vfaktor.at

 

Das Projekt wird finanziert durch den Europäischen Sozialfonds und das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz in der Investitionspriorität Gleichstellung.

 

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