Lösungen gegen die Landflucht

Dass immer mehr Jungfamilien und damit oft qualifizierte Fachkräfte aus den ländlichen Regionen in urbane Räume ziehen, ist ein bekanntes und problematisches Thema für die Gemeinden. Denn der Wirtschaftsstandort leidet unter fehlenden Arbeitskräften und die Orte verzeichnen eine rückläufige Geburtenrate. Doch was kann man tun gegen das altbekannte Problem?

Demografische Entwicklungen haben ganz wesentliche Auswirkungen auf beinahe alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. In Österreich drücken sie sich in einem steigenden Anteil der älteren und einem sinkenden Anteil der jüngeren Generation aus. Bürgermeister Mario Abl aus der Gemeinde Trofaiach hat sich dem Thema schon seit fast zehn Jahren angenommen. Er meint, es braucht konkrete Maßnahmen, um dem demografischen Wandel in der Bevölkerung zu begegnen: „Ein wichtiger Standortfaktor ist die Kinderbetreuung. In Trofaiach versuchen wir mit entsprechenden Maßnahmen dem demografischen Wandel entgegenzusteuern. Wir konnten in den letzten Jahren erfolgreich eine positive Bilanz zwischen Zu- und Wegzug in der Gemeinde erreichen. Trotz dem die Geburtenrate noch immer nicht so ist, wie wir uns das wünschen würden, ist eine Trendwende klar erkennbar.“

Obersteiermark West / Leoben: Foto mit Wiesen und Bauernhöfen
In der schönen Obersteiermark West mit Leoben sollen innovative Lösungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben entwickelt und umgesetzt werden.

Kinderbetreuungsmöglichkeiten zählen neben guten Mobilitäts- und Infrastrukturmaßnahmen zu wichtigen Faktoren, um Menschen für einen Zuzug in ländliche Regionen zu begeistern. Hier müsse die Politik Geld in die Hand nehmen, wie Bürgermeister Abl sagt: „Wir müssen ganzheitlich und gut abgestimmt investieren, um die Region als Wirtschaftsstandort zu stärken. Für langfristige Auswirkungen auf die Demografie müssen wir die Betreuungsthematik richtig handhaben. Besonders Kooperationen stehen bei uns hoch im Kurs und können helfen Kosten zu sparen und die positive Wirkung erhöhen.“

Gewünscht ist mehr Flexibilität

Im Projekt Der V/Faktor werden konkrete und praxisorientierte Beratungsleistungen für Regionen und Unternehmen angeboten, um bei der Entwicklung und Umsetzung von besseren Vereinbarkeitslösungen von Familie, Beruf und Privatleben zu unterstützen. Dabei sind neben Kinderbetreuungsmaßnahmen auch die Pflege von älteren oder kranken Angehörigen, die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und ehrenamtlicher Arbeit sowie privaten Tätigkeiten Thema.

In der Pilotregion Obersteiermark West / Leoben wurden anhand von Online-Fragebögen und Interviews der Bedarf von Unternehmen und Gemeinden abgefragt. „Bei der Bedarfsanalyse hat sich klar der Wunsch von Unternehmen sowie von Mitarbeitenden nach mehr Flexibilität gezeigt,“ berichtet Claudia Glawischnig, regionale Projektmanagerin, „dabei wurde deutlich, dass die Kinderbetreuung noch sehr stark Frauensache ist. Oft liegt es in der Verantwortung der Mütter entsprechende Strukturen zu organisieren. Hier braucht es dringend flexiblere Lösungen, wie tageweise Betreuung, Ganztagesangebote oder Angebote für Ferienzeiten.“

von links nach rechts das V/Faktor Team in der Obersteiermark West / Leoben: Heimo Perner, Claudia Glawischnig (regionale Projektmanagerin), Heidrun Gruber-Größwang und Tanja Zink
Das V/Faktor Team in der Obersteiermark West / Leoben mit Claudia Glawischnig (regionale Projektmanagerin), Heimo Perner, Heidrun Gruber-Größwang und Tanja Zink

Unternehmen und Gemeinden zusammen für bessere Vereinbarkeit

Das bestätigt auch Günter Novak-Kaiser. In seiner Rechtsanwaltskanzlei in Murau versucht er auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzugehen. Er sagt: „Leider fehlen in der Umgebung flexible Angebote bei der Kinderbetreuung“. Damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht ihre Arbeitszeit nach den Kinderbetreuungsangeboten richten müssen, brauche es eine Sensibilisierung auf Seiten der Gemeinden. „Ich finde es wichtig, dass Gespräche mit den Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen gesucht werden, wie das im Projekt Der V/Faktor passiert. Die Unternehmen können nur bedingt darauf eingehen, wenn die Betreuung am Nachmittag und zu Ferienzeiten fehlt“, sagt Günter Novak-Kaiser.

Claudia Glawischnig, regionale Projektmanagerin in der Obersteiermark West / Leoben, und das V/Faktor-Team in der Region Heidrun Gruber-Größwang, Heimo Perner, Tanja Zink entwickeln gemeinsam mit den Gemeinden und Unternehmen Lösungen für bessere Vereinbarkeitsmöglichkeiten vor Ort. Die Beratungsleistungen sind dabei kostenlos und können ab sofort in Anspruch genommen werden.

Kontakt:

Claudia Glawischnig, MBA
Regionale Projektmanagerin Obersteiermark West / Leoben
claudia.glawischnig@vfaktor.at
Tel 0699 166 70 302

Mag. Heidrun Gruber-Größwang
heidrun.gruber-groesswan@vfaktor.at
Tel: 0664 510 3700

Ing. Heimo Perner, MBA
heimo.perner@vfaktor.at
Tel 0664 33 77 055

Tanja Zink, M.A.
tanja.zink@vfaktor.at
Tel 0699 130 330 21

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