Der V/Faktor feiert die Work-Life Changers aus den Regionen

Trotz der ersten großen Hitze in diesem Jahr finden sich am Dienstag, den 04. Juni, für ca. 100 interessierte Gäste aus Wirtschaft, Politik, Forschung und öffentlichen Institutionen zur Abschlussveranstaltung des V/Faktors im Impact Hub Vienna ein. Nach zwei Jahren erfolgreicher Kooperationsarbeit feiert der V/Faktor – Erfolgsfaktor für Regionen und Unternehmen einen vorläufigen Projektabschluss. Moderatorin Eva Pölzl führt das Publikum schwungvoll durch den Nachmittag, so dass die Zeit bis zur ersten Kaffeepause nur so verfliegt.

Moderatorin Eva Pölzl / Fotocredits: Louai Abdul Fattah

 

Daniela Schallert, Geschäftsführerin von ABZ*AUSTRIA und Projektleiterin des V/Faktors, begrüßt die Anwesenden und erzählt wie ein Pilotprojekt wie der V/Faktor entsteht. Nun wollen aber doch alle wissen, wie Unternehmen und Gemeinden in den Pilotregionen zu Work – Life Changers wurden.

Gemeinsam mit regionalen KooperationspartnerInnen arbeiteten ABZ*AUSTRIA – Kompetent für Frauen und Wirtschaft, BAB Unternehmensberatung GmbH und ÖAR GmbH mit Unternehmen und Gemeinden in den letzten anderthalb Jahren an innovativen Lösungen und Ansätzen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben sowie zu mehr Gleichstellung von Frauen und Männern.

Geschäftsführerin ABZ*AUSTRIA und Projektleiterin V/Faktor Daniela Schallert / Fotocredits: Louai Abdul Fattah

 

Ziel dieses Nachmittags ist es, einen umfassenden Einblick in die Ergebnisse und Erfahrungen aus der Praxis zu geben und basierend darauf die Themen Vereinbarkeit und Gleichstellung aus verschiedenen Blickwinkeln zu diskutieren.

Isabel Stumfol / Fotocredits: Louai Abdul Fattah

Michael Bartz / Fotocredits: Louai Abdul Fattah

 

Die beiden Key Note SpeakerInnen Isabel Stumfol von der TU Wien und Professor Micheal Bartz von der IMC FH Krems zeigen in ihren Vorträgen sowohl die Herausforderungen und Möglichkeiten für Regionen, junge Frauen zu halten beziehungsweise zurückzugewinnen, als auch die Herausforderung für Unternehmen mit Digitalisierung und Arbeitskräftemangel zukunftsorientiert umzugehen. Dieser zweifache Fokus, auf Unternehmen und Regionen, ist auch der Erfolgsfaktor des Gesamtprojekts. „Uns ist es gelungen, Gemeinden, RegionalvertreterInnen und Unternehmen an einen Tisch zu bekommen, mit ihnen zu diskutieren, gegenseitige Bedarfe auszuloten und Lösungen gemeinsam zu entwickeln. Ich sehe das als großen Erfolg“, so Daniela Schallert.

Wie Vereinbarkeit und Gleichstellung mit Landflucht, Fachkräftemangel und Digitalisierung zusammenhängen, erläutern anschließend Bettina Sturm, Projektleiterin V/Faktor, Renate Divitschek, Regionale Projektmanagerin Oststeiermark und Barbara Hartl, Regionalentwicklerin Waldviertel. Barbara Hartl meint dazu: „Die sogenannten weichen Standortfaktoren entwickelten sich immer mehr zu den harten. Vereinbarkeit ist heute zum Beispiel das zweitwichtigste Kriterium bei einer Jobentscheidung.“ Als Kooperationsprojekt konnte der V/Faktor in den letzten 2 Jahren auf vielfältige Expertise im Bereich Gleichstellung, Arbeitsmarkt, Organisations- und Personalentwicklung sowie Regionalentwicklung zurückgreifen. Diese Kombination ermöglichte ein breites Spektrum an professionellen und nachhaltigen Beratungsleistungen und Maßnahmen. „Gerade die unternehmensspezifischen Bedarfserhebungen ermöglichten uns, das Beratungsangebot an den individuellen Bedarf bestmöglich anzupassen und so die Nachhaltigkeit und den Erfolg der Beratung zu gewährleisten“, so Renate Divitschek. Bettina Sturm, Projektleiterin des V/Faktors, bestätigt dies indem sie auf den großen Maßnahmenpool aufmerksam macht, der sich im Laufe der Projektzeit entwickelte: „Die V/Faktor BeraterInnen haben in der Zusammenarbeit mit Gemeinden und Unternehmen von Führungskräftetrainings über Arbeitsplatzanalysen zur Entwicklung von Gleichstellungsplänen und Employer Branding Strategien sehr viel umgesetzt. Die bedarfsspezifische Umsetzung in diesem Projekt war wirklich herausragend.“

Regionalentwicklerin Waldviertel Barbara Hartl, Regionale Projektmanagerin Oststeiermark Renate Divitschek, V/Faktor Projektleiterin Bettina Sturm / Fotocredits: Louai Abdul Fattah

 

Im  Zeitraum von Dezember 2017 bis zum Projektende Juli 2019 wurden insgesamt 570 Betriebe in den Pilotregionen kontaktiert und auf die Themen Vereinbarkeit und Gleichstellung angesprochen. Mit 240 Unternehmenskontakten wurden Erstgespräche geführt und mit 150 Unternehmen Bedarfserhebungen durchgeführt, um unternehmens- und regionsspezifische Bedarfe zu identifizieren und darauf aufbauend Vereinbarkeitslösungen entwickeln zu können. Insgesamt wurden in der Projektlaufzeit 120 Unternehmen (pro Region 40) hinsichtlich Maßnahmen zur Förderung von Vereinbarkeit und Gleichstellung beraten und in ihren Veränderungsprozessen begleitet. Da das Projekt aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz finanziert wurde, war es für die Gemeinden und Unternehmen kostenfrei.

Bevor es in die Pause geht, werden teilnehmende Unternehmen und RegionalvertreterInnen vor den Vorhang geholt, die ihre Veränderungsprozesse und Erfahrungen mit dem Publikum teilen. Besonderen Dank gilt an dieser Stelle Bibiane Puhl vom Regional Management Obersteiermark, Josef Strummer von NÖ.Regional.GmbH und Christoph Cizek vom Wirtschaftsforum Waldviertel sowie Bettina Mandl von der Regionalentwicklung Oststeiermark, durch deren Unterstützung das V/Faktor Team an bestehende Netzwerke und Strukturen sehr gut andocken konnte. In den Kurzinterviews bestätigt sich, dass Regionen sowie Unternehmen durch die Unterstützung des V/Faktors ihre vereinbarkeitsbezogenen Angebote erweitern sowie ihre Netzwerke und Kooperationen ausbauen konnten. Die Themen der Beratungen waren sehr heterogen und reichten von Kommunikationsstrategieentwicklung, Arbeitszeitmodellen, Führungskräfteworkshops zu Generationsmanagement und Onboardingprozessen. Ein signifikanter regionsspezifischer Unterschied konnte bei den Unternehmensbedarfen nicht festgestellt werden.

Worl Cafés / Fotocredits: Louai Abdul Fattah

 

Nach vielen interessanten Inputs geht es nach der Pause in einen intensiven Austausch an sechs verschiedenen World-Café Tischen. Von Vereinbarkeit als Standortfaktor, Digitalisierung und Vereinbarkeit, Vereinbarkeit und Employer Branding oder Lebensqualitäten und Lebensrealitäten von Frauen am Land sind viele Themen zur intensiven Diskussion und Vernetzung gegeben. Die Zusammenfassung der Tischdiskussionen zeigt, dass Vereinbarkeit kein Frauenthema, sondern ein Managementthema für Unternehmen und ein Standortfaktor für Regionen ist. Darüber hinaus kann nach dem Projekt deutlich festgehalten werden, dass Vereinbarkeit ein Zukunftsthema für Unternehmen, Regionen, ArbeitgeberInnen, ArbeitsnehmerInnen, Führungskräfte, Familien und Individuen ist, welches gesamtgesellschaftliche sowie wirtschaftliche kooperative Lösungen erfordert.

Am Ende dieser lebendigen und spannenden Veranstaltung erhalten Unternehmen und RegionalpartnerInnen Urkunden für ihren tatkräftigen Einsatz, Vereinbarkeit und Gleichstellung in ihrer Region zu implementieren.

Im Moment ist eine Verlängerung des Projekts noch nicht geplant, aber alle Beteiligten würden sich sehr darüber freuen, diese innovative Zusammenarbeit mit Unternehmen und Gemeinden fortsetzen zu können.

Team V/Faktor / Fotocredits: Louai Abdul Fattah

LeiterInnen V/Faktor / Fotocredits: Louai Abdul Fattah

 

Powerpoint Präsentation von Isabel Stumfol

Powerpoint Präsentation von Michael Bartz

Powerpoint V/Faktor

Pressemitteilung

 

Alle Fotos zur Veranstaltung:

 

 

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